Bilder im Unterricht

Björn Nölte, Studienseminar Potsdam

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René Magritte: Ceci n'est pas une pipe, 1928 [cc-Lizenz]

Iconic Turn

"Heute verarbeitet ein Mensch innerhalb eines Monats mehr visuelle Eindrücke als vor 100 Jahren in seinem ganzen Leben. Hinzu kommt eine stetige Zunahme der Geschwindigkeit sowie der Gleichzeitigkeit visueller Wahrnehmungen. Dies hat zu einer Veränderung unserer Gehirnstruktur geführt. Mittlerweile hat die Gehirnforschung herausgefunden, dass 'der weitaus größte Anteil der Areale, die mit der Verarbeitung von Sinnesinformationen befasst sind, zum Sehsystem gehört.' [...] Nicht zu übersehen ist die Tatsache, dass sich erst sehr langsam eine Bilddidaktik entwickelt, mit deren Hilfe eine gründliche, innerhalb der Ziele und Kontexte des jeweiligen Faches nützliche und den Bildern gerecht werdende Integration in den Unterricht fundiert werden kann." (Schoppe, S. 26)

Kurze Charakteristika von Bildern

  • Bilder sind keine Verdoppelungen von Wirklichkeit.
  • Im Vergleich zu einem Text (linear, etappenhaft) ist ein Bild punktuell, situativ und auf Überschau angelegt.
  • Bilder sind nicht selbsterklärend, sondern sie werfen Fragen auf und müssen erschlossen werden.
  • Persönliche Interessen, Lebens- und Bilderfahrungen prägen das eigene Bildverständnis in besonderem Maße.

Bilder bauen ihre inhaltliche Spannung häufig aus der Inszenierung eines Moments auf.

Ihre didaktische Entscheidung:

Möchten Sie Ihre Schüler eher vor noch größerer Bilderflut in der Schule abschirmen? Oder integrieren Sie sinnvoll Bildzugänge in Ihren Unterricht und machen sich z. B. die privaten Bildwelten der Schüler/innen auch zur schulischen Motivation zunutze?
Nachfolgend sehen Sie das bekannte "Dinner for One", einen Sketch, der alljährlich im Fernsehen zu Silvester ausgestrahlt wird, in Form einer Emoji-Darstellung [https://twitter.com/szmagazin/status/682492348236980224]:
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Bilder als Interpretationshilfe für Literatur

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Bilder zum Sprechen bringen - mit ThingLink

Nachfolgend finden Sie ein Beispiel, das von Lehrerseite erstellt wurde. Möglich ist natürlich auch, Schülern die Aufgabe zu geben, mit ThingLink Bilder zum Sprechen zu bringen.

Zusammenhänge herstellen

Hexagon-Aufgaben

  1. Lehrkraft wählt Bilder aus wie in den u. g. Beispielen.
  2. In einem zweiten, späteren Duchgang der Methode können die Schüler (für je einen anderen Mitschüler) die Bilder auswählen und nach der Bearbeitung peer-feedback geben.

Bilder zum Erzeugen von Problembewusstsein

hier: Geschichtsunterricht / Sowjetunion: Weshalb stellte man Schallplatten aus alten Röntgenaufnahmen her?


Quelle: https://twitter.com/drguidoknapp/status/684847220781355008

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Sketchnotes

Leiten Sie Ihre Schüler dazu an, statt reiner Text-Mitschriften (z. B. bei Referaten, Vorträgen) lieber Sketchnotes anzufertigen. Das Sketchnote-Handbuch von Mike Rohde liefert dazu sehr gute Anregungen. Nachfolgend finden Sie daraus einige Auszüge.
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Methoden

Übersicht aus A. Schoppe, Bildzugänge. München 2011
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Literatur

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