Erziehen in der Schule

Björn Nölte, Studienseminar Potsdam

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Wir erziehen unsere Schüler immer.

"Lehrer spiegeln dem Kind also etwas zurück, und Kinder und Jugendliche suchen nach dem Spiegelbild, das sie in ihnen hervorrufen. Warum? Sie wollen spüren, dass sie überhaupt da sind. Sie suchen in dem Bild, das sich Lehrkräfte von ihnen machen, nach einer Auskunft darüber, was sie werden (könnten). Dieser Suchprozess läuft im Jugendlichen unbewusst ab, und doch ist er, wenn es um Erziehung und Bildung geht, einer der wichtigsten Vorgänge überhaupt. Mittels der Art, wie wir dem Heranwachsenden durch unser Reden und Verhalten Auskunft über sich selbst geben, legen wir also einen 'Korridor' an, der in die Zukunft weist und in dem sich - bis zu einem gewissem Grad - die Kraft einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung entfalten kann."


(J. Bauer: Lob der Schule. Hamburg 2007, S. 131f)

Die eigene Erziehungsbiografie wirkt sich immer auf unser Erziehen aus.

  • bewusst - unbewusst?
  • Anlehnen an Vorbilder
  • Ablehnung von Erlebtem
  • Reflexion der eigenen Schülerrolle
  • Erziehung eigener Kinder, ...

Zunehmende Konkurrenz mit anderen Instanzen der Erziehung & Sozialisation

  • Familie
  • Freunde
  • Fernsehen/Filme/Videospiele
  • Jugendkultur/Musik
  • Sportverein
  • sonstiger Verein
  • soziale Netzwerke/YouTube etc.
  • Arbeitswelt/Gesellschaft
  • andere Lehrer/Schulkultur

Erziehungsziele können sich widersprechen.

Kreativität - Sorgfalt

individuelle Durchdringung - Teamarbeit

Gründlichkeit - Flexibilität

Durchsetzungsvermögen - Rücksicht

Bescheidenheit - Engagement

Die große Kunst: Erziehen unter Vermeidung reaktiver Verhaltensweisen (Strafen)

Reaktive Verhaltensweisen:


  • Konfrontationen mit der Person des Lehrers
  • Ordnungsmaßnahmen (EOMV: Verweis, Ausschluss, Versetzung, Entlassung)
  • Sanktionen
  • Strafen

Konfrontation mit den Folgen des eigenen Verhaltens > Wahlmöglichkeit

Den Heranwachsenden vor Entscheidungen stellen, ihm damit Gelegenheit geben, selbst für die Konsequenzen verantwortlich zu sein und sich damit als Subjekt seiner Entwicklung zu erleben.Dann aber auch konsequent handeln! So besteht die Möglichkeit, dass der Schüler die Konsequenz als Folge seines eigenen Handelns erlebt. Strafen werden von Schülern oft nicht mit ihrem eigenen Verhalten, sondern mit der Person des Strafenden verbunden.

Erziehen? gelassen & selbstsicher!

Björn Nölte

Studienseminar Potsdam

Karl-Marx-Str. 33/34

14822 Potsdam


Twitter: @noelte030