Drawing exhibition Manuela Gallina

The ways of the Line.

The Ways of the Line

Wer hätte gedacht, dass man im Zug so viel zeichnen kann...

Die Serie dieser Zeichnungen ist aus dem Ungewollten entstanden, spontan und aus Gedanken aus der großen Palette inspirierender Menschen, Landschaften, innerer Gedanken in allen Zügen Deutschlands, Italien, Schweiz und eins im Flugzeug nach England.

Die Linie ist das markanteste aus mehreren Gründen. Erstens geht es um eine Art von Kunst, die für das Reisen gedacht ist, die sparsam doch bildlich konzeptuell stark wirkt. Die schwarz-weißen Bilder sind mit Tusche entstanden, direkt auf Papier und ohne Bleistiftvorbereitung. Lieber etwas anderes entstehen lassen, wenn die Linie doch ihren Weg gehen möchte. Aus einem schräg gezeichneten Auge entsteht dann eine Tänzerin, aus zwei zu nah aneinander gelegenen Gesichtern ein Herz, aus einem Haus ein Fisch.

Der zweite Grund für die Linie ist die für mich logische Kontinuität von der Schrift zum Bild. Die Linie verbindet Worte mit Figuren, was in anderen Schriftweisen wie in den chinesischen Ideogrammen noch mehr zur Geltung kommt. Oft münden Worte in Linien, die Figuren weiterführen von der Schrift und dem Konzeptuellen zum Bildlichen.

Die Linie hat für mich noch eine dritte Bedeutung: das ist der Weg, wie der Pinsel physisch auf das raue Papier wandert und das Potentiale mit Mut erforscht. Aus diesen Linien entstehen Reisen auf dem Papier, die zu wiederkehrenden Orten sich sammeln. Somit entstehen Augen, Gesichter, Wellen, Häuser.

Die Natur hat einen wichtigen Platz in meinen Zeichnungen, selbst wenn sie in kargen Elementen präsent ist wie Blumen, Bäumen, Hügel. Die Stadt ist ebenso präsent, jedoch nicht die Metropole, sondern die kleine Stadt in der Natur. Architektonisch spielt meine Herkunft eine große Rolle mit kleinen, übereinander gestapelten Häusern mit Riegeldächern und breiten Fenstern.

Rennes hat aber am meisten den Häuserstil beeinflusst durch die schrägen Wänden. Dort habe ich ein Teil meines Lebens verbracht.

Gesicher und vor allem Augen sind ebenso wie eine Tierlandschaft in der urbanen Natur zu finden. Sie sind wichtiger als Körper und die Tatsache, ob sie offen oder zu sind, bestimmt einen mentalen, spirituellen Status des Bewusstseins. Es kommt oft zur Infragestellung der Freiheit und der persönlichen Entwicklung des Individuums in einer Gesellschaft, die ihn weit weg von sich selbst bringt. Die Augen sind oft wie bei Picasso schräg, was nichts anderes für mich als meine Betrachtungsnähe zu ihnen und ihrem Zustand bedeutet. Aus der Nähe, wenn man mit einem Auge und dann gleich mit dem Anderen schaut, ändert sich die Perspektive leicht. Perspektiven sind sowieso immer relativ!

Das existenzielle Stranden als Symbol ist präsent aber das Meer an sich ist ein positives Motiv und das Wasser ist überall zu finden, sei es in Form von Regen, in Seen, Flüssen oder eben in Meereswellen. Das Wasser ist wie die Augen metonymisch geladen, es ist ein Teil für das Ganze als Lebewesen. Wir bestehen ja meistens aus Wasser und somit kann ein Patchwork aus ausgewählten, repräsentativen Körperteilen das Wasser nicht weglassen.

Eine Reise eben. Eine Reise durch die menschliche Seele und deren Träumen und Gedanke, wie es offensichtlich in der kleinen Reihe mit Masken wird. Gedanken sind die Protagonisten der Bilder mit den Masken, diese stehen als Maske statt Gesichter da nur zur Offenbarung der Oberfläche der menschlichen Schale. Gedanken machen Menschen, nicht ihre Haut.


Ein letztes Kommentar widme ich einer Reihe von Buchillustrationen, die ich für mein Märchen über die Kunsthofpassage in Dresden Neustadt geschrieben habe. Das Buch kommt hoffentlich dieses Jahr noch raus, und die Bilder räpresentieren einige Schlüsselszenen dieser Liebesgeschichten im Hof der Elemente.

Auch diese, wie die restlichen Zeichnungen, stehen zum Kauf da und könnten ein schönes, kreatives Weihnachtsgeschenk werden.


Ich freue mich sehr, Sie durch meine Linien begleiten zu dürfen.


The Ways of the Line - drawing exhibition

Sunday, Nov. 10th, 9pm to Saturday, Dec. 21st, 11pm

Tieckstraße 3, 01099, Dresden, Germany

Der Raum wird während der Arbeitszeit offen sein.


Für Fragen und Bestellungen, Kontaktieren Sie mich!

manumatita@gmail.com