3. Newsletter Dezember 2013

Webers Moldawienprojekt

Liebe Freunde


Wie geht es euch?


Wir danken euch allen herzlichst für euer Mittragen in Gedanken, im Gebet und Finanziell!


Uns geht es wunderbar. Zwei Monate sind wir nun schon in Moldawien. Wir sind uns am einleben. Zu Hause fühlen wir uns noch nicht ganz. Gerade in der Weihnachtszeit vermissen wir schon stark unsere Familien und Freunde aus der Schweiz. Aber wir fühlen uns am richtigen Platz hier. Wir konnten schon viele wertvolle Beziehungen aufbauen und verschiedene Leute ermutigen und unterstützen.

Das Rumänischsprechen wird immer besser. Ich, Simone, nehme Unterrichtslektionen und Tobias spricht einfach, wie es seine Muttersprache wäre.

Weihnachtszeit

Die Weihnachtszeit ist für uns ein speziellen Moment hier in Moldawien. Bis vor kurzem fühlten wir uns noch gar nicht in Weihnachtsstimmung. Da es hier in Ungheni bis Mitte Dezember noch keine Anzeichen an Weihnachten gab. Wir fragten uns schon, ob Moldawien nur die orthodoxe Weihnacht im Januar feiert.

Doch siehe da, jetzt steht doch einen grossen Weihnachtsbaum im Zentrum.

Für uns ist es dieses Jahr eine Gelegenheit, uns aufs Wesentliche der Weihnachtszeit zu besinnen. Vor ein paar Tagen halfen wir Veronica und Sascha mit ihren beiden Kindern und mit unseren Boys ihr Weihnachtsbaum zu schmücken. Nicht ganz nach meinem Verständnis für Schönheit, alles ein bisschen kitschig. Aber es war eine wunderbare Stimmung.


Diese Familie ist aus der Vineyard Gemeinde. Sie haben zwei Jungs, 5- und 7-jährig. Louis und Josia verstehen sich super mit ihnen.

Wir verbringen viel Zeit mit ihnen und können viel von ihnen lernen. Veronica und Sascha haben ein riesen Herz für Menschen und leben Grosszügigkeit, wie es in der Bibel steht. Ein Beispiel: Veronica erzählt mir, dass sie gestern kein Geld mehr zur Verfügung hatten um etwas Essen zu kaufen. Nebst ihren zwei Kindern, sorgen sie noch für zwei Mädchen, welche bei ihnen wohnen. Im selben Moment bekochen sie uns und geben uns noch die Resten mit nach Hause.

In der Gemeinde haben sie die Vision eine Jugendarbeit aufzubauen. Tobias unterstützt sie mit Rat und Tat. Es ist schön zu erleben, wie sie uns und wir sie ermutigen und freisetzen können.


Am 24. Dezember werden wir zusammen in der Vineyard Gemeinde Ungheni Weihnachten feiern. Es wird eine Christmasparty geben. Wir sind gespannt. Am 25. Dezember sind wir bei Sascha und Veronica eingeladen.

Silvester werden wir bei der Familie Thunheim in Chișinau verbringen. Dies ist auch eine spannende Familie für unseren weiteren Dienst. Tanja ist Moldawierin und ihr Ehemann Thommy kommt aus Norwegen. Wir haben ähnliche Visionen fürs Land Moldawien. Ihr 1,5-jährigen Sohn versteht sich auch super mit unseren Jungs.


Unser Zuhause

Letzten Freitag um 20.00 Uhr traf unser Weihnachtsgeschenk ein!!! Seit fast einem Monat konnten wir unseren Camper nicht mehr starten. Ein Teil des Gehäuses des Anlassers war abgebrochen. Wir liessen uns das neue Gehäuse aus Amerika liefern. Aus irgend einem Grund fand Fedex das Land Moldawien nicht. Das Packet flog zwei Mal um die Welt. Wir konnten dies auf der Homepage von Fedex verfolgen. Wir fühlten uns gestrandet. Sehnsüchtig warteten wir auf die Post. Noch am selben Abend reparierte Tobi den Anlasser. Es tut gut, wieder mobil zu sein.

Das Problem ist jetzt noch, dass die Batterie keine Kraft mehr hat. Vor jedem Losfahren muss uns jemand überbrücken. Gott lehrt uns im Hilfe annehmen! Morgen hoffen wir eine neue Autobatterie kaufen zu können.

Sonst fühlen wir uns noch wohl in unserem „Cașa pe roți „(=Haus auf Räder). Jeder fragt uns hier, ob wir denn nicht frieren. Es glaubt niemand ausser Anatolia, bei dem wir wohnen, dass wir den moldawischen Winter überstehen werden im Camper. Im Moment haben wir leichte Minustemperaturen. Am Morgen sind zwar unsere Fenster gefroren, die Heizung läuft aber super. Wir nehmen es vorab. Schon mehrere Leute haben uns ein Zimmer angeboten.


Permis de ședere

Mitte Januar läuft unsere befristete Aufenthaltsbewilligung ab. Wir konnten unsere Unterlagen im Imigrationsoffice abgeben und müssen nun abwarten. Am 8. Januar können wir nachfragen wie es um unsere Bewilligung steht. Um unsere Unterlagen einzureichen, mussten wir drei Mal nach Chisinau reisen. Wir stellten uns dies aber schlimmer vor. Vor allem den Medicaltest. Viele erzählten uns, dass dies ein sehr aufwändiger Test sei. Ich hatte Angst um meine Kinder und betete fest, bevor wir in die Klinik gingen. In der Klinik erzählten sie uns, dass die Bedingungen vor kurzem änderten. Der Test sei nicht mehr nötig. Nur noch einen Blutgruppentest. Gott sei Dank!


Mercyministry in Ungheni

Die Vineyardgemeinde plant einen neuen Dienst für Obdachlose und arme Leute aufzubauen. Seit wir hier sind, half Tobias eine Küche einzubauen im Gemeindegebäude. Letzte Woche konnten wir die Küche einweihen und mit dem Mercyministry starten. Ein Outreachteam von Rumänien war da, um uns zu unterstützen. Wir gingen auf die Strasse und luden Obdachlose ein. Wir kochten für sie, teilten ihnen die gute Nachricht mit und beteten für sie.

Mein Moldawien

Simone

Letzten Sonntag stand ich während dem Gottesdienst hinten im Raum und schaute über die Gemeinde. Es bewegte mich, wie viele Menschen hier im Raum schlimme und erschütternde Lebensgeschichten hinter sich haben. Zum Beispiel ein Frau welche 5 Jahre unschuldig im Gefängnis sass, eine Person die fast gestorben ist, eine junge Frau, die von ihren Eltern als Kind ausgestossen wurde und auf der Strasse lebte, viele die ohne Eltern oder ohne Vater aufwuchsen, viele, die in grosser materieller Armut aufwuchsen, Familien, welche von Alkohol beherrscht wurden,...

Man kann in der Gemeinde sehen, wie das Eingreifen von Gott grosse Veränderung bringt in die Leben der Menschen. Die Menschen schöpfen Hoffnung für ihr Leben und für ihr Land. Wir kennen mehrere Familien, die die Chance hatten auszuwandern, aber bewusst hier blieben, weil Gott sie rief um für ihr Land einzustehen.

Das Land besteht voller Hoffnung. Dafür will ich einstehen!

Tobias

Auf dem Kühlschrank in unserem "casa pe roți" steht mit weisser Kreide geschrieben "STOPP FOR THE ONE". Inspiriert von Heidi Baker, Leiterin von einem grossen Missionswerk in Mozambique, hat meine Frau Simone diesen Sloagen auf unseren Kühlschrank gekritzelt. Vor ein paar Tagen fuhr ich in Ungehni an einem Obdachlosen vorbei. Wie ich ihn im Rückspiegel sehe, erinnert mich der Heilige Geist daran was an unserem Kühlschrank steht. Also beginne ich innerlich zu ringen: das wäre jetzt die Gelegenheit, dem was Gutes zu tun ... aber jetzt bin ich zu spät, ich hätte vorher reagieren sollen ... was bringt es schon, wenn ich dem Schweizer Schokolade füttere ... aber ich will doch im Kleinen treu sein und tun, was mir Gott ins Herz legt ... und wie will er mir grössere Offenbarung anvertrauen, wenn ich auf diesen kleinen und einfachen Impuls nicht reagiere .... diese und andere Gedanken gingen innerhalb wenigen Sekunden durch meinen Kopf.
Schliesslich fuhr ich rechts ran, suchte in unseren Vorräten eine Tafel Schokolade mit einem grosses Stück Brot, wendete und brachte es dem Mann vorbei.
"Stopp for the one" auch wenn ich ihnen nur Schoggi und Brot mit Gottes Segen zu bieten habe, will ich das mit Freuden tun!


Bis im nächsten Jahr


Wir wünschen euch eine WUNDERschöne Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr!


Bis im nächsten Jahr!


Tobias, Simone, Louis und Josia

Kontakt

Wer gerne noch im Gebetsteam sein möchte oder uns finanziell unterstützen möchte, darf sich gerne bei uns melden! Wir sind dankbar für jede Unterstützung!

webers@serve-east.ch


Mehr Fotos und weitere Infos zu unserer Vision und zum Land Moldawien findet ihr auf unserer Homepage:

www.serve-east.ch/webers



Wir sind nun über folgende moldawische Natelnummern erreichbar:


Tobias: +373 68 57 87 36

Simone: +373 68 07 72 00