Die Asmat

Volk des Baumes

Asmat

Die Asmat (Volk des Baumes) sind eine Ethnie mit etwa 65.000 Angehörigen (Stand: 1995), die im Süden der indonesischen Insel Neuguinea in der Provinz Papua ein Gebiet von der Größe Belgiens bewohnt, das sich mit dem Lorentz-Nationalpark überlappt. Es handelt sich um ein riesiges, sumpfiges Flusslabyrinth mit einer gut 200 Kilometer langen Mangrovenküste

Körperbau und Sprache

Die Asmat sind von kleinem Wuchs, kräftiger Statur und weisen eine hell- bis dunkelbraune Hautfärbung auf. Einheitlich charakteristische Gesichtsmerkmale sind breit gebildete Nasen und krauses Haar.

Es gibt fünf miteinander verwandte Asmat-Sprachen, die sich wiederum untergliedern in Dialekte und Subdialekte. Der übergreifenden Verständigung dienen das Zentral-Asmat oder die Bahasa Indonesia.

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Geographie

Agats ist der wichtigste und größte Ort im Asmatgebiet. Das Hauptverkehrsmittel der Asmat, deren Gebiet von Flüssen durchzogen ist, ist der Einbaum. An den Küsten finden sich ausgedehnte Mangrovenwälder. Bei den Gezeitenwechseln kehrt sich die Strömungsrichtung der Flüsse um und bis zu 100 Kilometer ins Landesinnere dringt Brackwasser vor. Das mit der Flut vordringende Salzwasser bildet brackige Sümpfe. Noch weiter landeinwärts gibt es Süßwassersümpfe.

Ahnenkult

In der Vorstellung und im Ritus der Asmat spielen die Ahnengeister eine wichtige Rolle. Sie werden in den neugeborenen Kindern reinkarniert. Die Schädel der Ahnen werden manchmal verziert und dienen als Alltagsgegenstände, etwa als Kopfstütze beim Schlafen. Die Schädel erlegter Feinde werden dagegen im Männerhaus aufbewahrt. Wer einen Feind tötet, übernimmt dessen Namen und soziale Pflichten.

Die materielle Kultur der Asmat zeichnet sich durch aufwendigen Schnitzereien aus. Alltags- und Ritualgegenstände werden mit Ornamenten versehen. Hierzu zählen Paddel, Stoßstangen, Schilde und Speere, aber auch Kanus, welche die Seelen der Verstorbenen in den Ozean geleiten, sowie Ahnenpfähle (siehe das Ahnenpfahlfest). Die traditionelle Schnitzkunst produziert heute auch Kunsthandwerk, das nach außen verkauft wird. Zwischen den Gemeinschaften findet Tauschhandel statt

Kunst der Asmat

Künstler asmat-ow heißt "Wir, die wahrhaftigen Menschen". as asmat bedeutet "Wir, die Baummenschen". In der Anschauung der Asmat ist ein Baum mit einem Menschen identisch. Bäume beherbergen die Seelen der Toten. Aus den Bäumen, so berichten Mythen, können mythische Vorfahren hervorkommen. Ahnenfiguren sind aus Holz geschnitzt. Um der Kunst der Asmat gerecht zu werden, sind zwölf unterschiedlichen Kulturgruppen zu berücksichtigen. Sie sind weniger durch die Sprache als durch charakteristische Feste zu differenzieren, bei denen bestimmte Kultobjekte eine zentrale Funktion von nur temporärer Bedeutung besitzen, wie beispielsweise der omu-Geistpfahl, das wuramon-Seelenboot, die Masken, die bis-Ahnenpfähle, die basosuankus-Hölzer oder die bünüt-Krokodildarstellungen.

Kleidung

Die Kleidung der Asmat-Männer beschränkt sich oft auf rituellen Körperschmuck. Küstenwärts leben die Männer nackt. Zu festlichen Anlässen ziert der Oberschnabel des Nashornvogels die männliche Scham. Im Landesinneren tragen die Asmat Penisfutterale, die an Größe zunehmend mehr betont werden, je weiter westwärts sie leben. Diese Phallocrypte sind oft aus Fruchthülsen gefertigt.

Geflochtene Ganzkörpermasken werden bei einem Ritual getragen, bei dem der Verkehr der Masken zwischen Dorf und Wald die Verbundenheit zwischen beiden Räumen stärken soll.

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