Nicht aufgeben


Wie man sein Leben verbringt, entscheidet nicht immer der Mensch und macht es sich manchmal aber auch schwerer, als es nötig ist. Man muss lernen einige Dinge so hinzunehmen, wie sie halt sind und das Beste daraus machen. Mein Mann lässt in dieser Hinsicht, keine Möglichkeiten offen und versucht bis auf die letzte Sekunde alles herauszuholen, was nur möglich ist.

In manchen Angelegenheiten ist es schon sehr vorteilhaft und bewunderswert, weil er nie aufgibt. Mir persönlich reichen ein oder zwei Versuche und dann war es das auch für mich.

Bei der Präzisionsmechanik hat er auch so einiges auf sich genommen, nur um an seine Grenzen gehen zu dürfen. Dabei hatte er auch erachtliche Arbeit geleistet. Was normalerweise nur Maschinen hinbekommen, hatte er sogar selber hingekriegt, natürlich nicht in so grossen Mengen.

Bei der Metallbearbeitung habe ich immer die grössten Sorgen gehabt, weil man sich da sehr konzentrieren musste und sich auch sehr leicht dabei verletzte. Dann hatte er wieder einen grossen Auftrag an´s Land ziehen können und hatte es eigentlich nur mit CNC fräsen zu tun gehabt.

Was genau er da machen musste, habe ich mir nicht erklären können, wobei aber meine Befürchtungen dann doch wahr geworden sind. Obwohl er im Bett lag hatte er an nichts anderes denken können und meinte, dass ich auf keinen Fall anrufen sollte, um den Auftrag zurückzugeben.


Dann hatte er sich aber trotzdem schlau gemacht und ist auf ein Unternehmen gestossen, welches seine Werke fortführen konnte. Ich bin ausser mir gewesen, wobei ich aber nichts dagegen tun konnte.

Da er, von uns beiden, der Spezialist der Präzisionsmechanik gewesen ist, habe ich den kürzeren ziehen müssen. Er hatte das Unternehmen angerufen, um ihm die Metallbearbeitung abzunehmen. Wie er so schnell jemanden vertrauen konnte, habe ich eigntlich nicht für gut empfunden und habe ihn dann auch einfach machen lassen, was er wollte. Er hatte gemeint, dass die Fachmänner sich gegenseitig kennen und wissen, wer welche Leistungen drauf hat.

Dies ist ja seine Arbeit gewesen und da er zu wissen schien, wem er die CNC fräsen anvertraue, gab es auch kein Zurück mehr bei ihm. Ich habe also geschwiegen und einfach nur zugesehen.

Dann kam auch sein Fachmann vorbei und hatte ihm die Lieferung gebracht und da er schon mal da war, liess er sich auch bei der Montage helfen. Natürlich haben sie ihre Gespräche schon gehabt, wie ich erkennen konnte, weil sie sich verhalten haben, als wär es nicht das erste Mal, dass sie sich gesehen haben.

Mein Mann konnte sich kaum auf den Beinen halten und hatte sich einfach hingesetzt und den Fachmann die Arbeit erledigen lassen. Sie haben sich über die Präzisionsmechanik unterhalten und auch mal den einene oder anderen Lacher von sich gegeben.


Was da so witzig gewesen war, konnte ich, als Aussenstehende, nicht nachvollziehen können.

Da der Fachmann die Metallbearbeitung schon beendet hatte, haben sie die Angelegenheit auch ganz gelassen angenommen und sind Schritt für Schritt zum Ende angekommen. Die CNC fräsen hätte mein Mann auch nicht besser anbringen können und somit hatte er es wieder geschafft und beweiste mir, dass man nicht so schnell aufgeben sollte.

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