Webers Moldawien Projekt

Newsletter April 2014

Liebe Freunde

Nun leben wir schon fast ein halbes Jahr im Land der grössten Hoffnung! Im Winter war das Leben wie stillgelegt, die Menschen gingen nur nach draussen, wenn es unbedingt sein musste. Aber jetzt fängt alles an zu spriessen, die Bäume sind prachtvoll mit Blüten geschmückt und das Land wird grün. Es scheint, dass Moldawien aus dem Winterschlaf erwacht. Auf den Strassen bewegen sich viele Leute, Müttern spielen mit ihren Kinder wieder auf den Spielplätzen und in den Gärten wird hart gearbeitet. Die Menschen müssen sich versorgen.


Das Leben im Wohnmobil macht es mit den wärmeren Temperaturen auch gerade wieder viel einfacher. Ich, Simone, verbringen die meiste Zeit mit den Jungs draussen im Vorgarten von Anatolie oder treffe mich mit Müttern im Park oder wir begleiten Tobias beim Besuchen von landwirtschaftlichen Projekte in verschiedenen Dörfer.

Tobias investiert viel Zeit um profitable Modelle in der Landwirtschaft herauszufinden, um den einzelnen Menschen in den Dörfer Perspektive geben zu können. So eben haben wir im Dorf Floreni Land gekauft um verschiedene landwirtschaftliche Produkte auszuprobieren.

In den letzten Monate unterstützten wir auch verschiedene Projekte von Gemeinden: Essenspakete verteilen, Kletterwand bauen, Kinder- und Jugendprogramme durchführen, bei einer Girlskonferenz mitwirken usw.


Es ist spannend wie Gott uns in allem leitet, uns Begegnungen und Beziehungen schenkt und uns Türen öffnet, aber auch herausfordernd im Aushalten, wo und zu was das alles hinführt.



Diesmal schreiben wir nur einen kurzen Newsletter, da wir im Mai auf Heimaturlaub kommen und einen Infoanlass durchführen. Ihr seit alle herzlich willkommen. Wir freuen euch zu sehen!

Familienmonat

Im März hatten wir das Vergnügen von unseren Eltern Besuch und Unterstützung zu haben.

Mein Moldawien

Tobias

Gott liebt mich! Ja wirklich, die allermeisten Christenmenschen wissen wohl um diese Tatsache, aber dennoch ist es ein Highlight, wenn es so offensichtlich ist, dass man es kaum abstreiten kann. Mir ist es hier in Moldawien kürzlich eben so ergangen. Und wie so oft, begann das ganze in einer Niederlage. Um die geruchliche Lebensqualität in unseren Einzimmerauto zu verbessern entschloss ich mich letzte Woche eines Abends meine alten, ausgelatschten und eingeschwitzten Scarpa Trekking Latschen draussen auf der Treppe übernachten zu lassen. Leider liessen sich die Transnistrischen Stassenhunde von der doch etwas anspruchsvollen Geruchsnote meiner Schuhe nicht beirren, so erkläre ich mir jedenfalls die Tatsache, dass am nächsten Morgen nur noch einer auf der Treppe stand und der andere verschollen war. Dass die Schuhe sehr alt waren, linderte mein Schmerz über den Verlust kaum. Denn ich habe definitive die Tendenz, dass wenn ich mich einmal an Ausrüstungsteile gewöhnt habe, ich mich von diesen nur sehr schwer trenne und sie bis zum bitteren Ende oder lieber noch etwas länger benutze. Nun gut, eigentlich will ich mein Herz ja eh nicht an irdische Reichtümmer hängen, die von Motten oder Stassenkötern gefressen werden können. So versuchte ich diesen Verlust als Training anzuschauen.

Zurück in Ungheni entschloss ich mich ein paar Ersatzschuhe zu kaufen, etwas Billiges, bis ich mir dann in der Schweiz wieder einen richtig guten und qualitativen Alltagsschuh kaufen kann. Zuweilen ist es für mich eine Herausforderung, dass man hier in Moldawien fast nur "low price - low quality" Ware kriegt, sei es Werkzeuge, Kleider, Schuhe oder Spielsachen. Gebe ich doch gerne etwas mehr aus beim Kauf, um die Sachen dann jahrelang zu gebrauchen.

Genug geklagt über schlechte Qualität und freche Köter, denn eigentlich wollte ich euch ja erzählen, wieso ich mir so sicher bin, dass Gott mich liebt!

Eben in Ungheni ging ich so ziemlich anspruchslos auf den secondhand Markt, mit der Absicht sozusagen einen Übergangsschuh zu kaufen. Wer schon mal auf secondhand Shoppingtour war, der weiss, dass dort das Benötigte zu finden durchaus mit Goldschürfen in Schweizer Gewässern verglichen werden kann. Am ersten Schuhstand fragte mich der Verkäufer nach meiner Grösse. Auf meine Antwort meinte er, er hätte da etwas Gutes für mich. Und tatsächlich, er präsentierte mir einen fast neuen LaSportiva Hikingschuh in Grösse 45, welcher in der Schweiz neu knapp 200 Franken kostet. Dieser Handel war schnell entschieden und die 400 Lei (ca. 25 Franken) Kaufpreis kein Hinderniss.

Darum bin ich so sicher, dass Gott mich liebt. Goldschürfen habe ich noch nie versucht, aber fürs secondhand Shopping fehlt mir sonst definitiv die Geduld. Dass ich in nur in drei Minuten ein Paar passende Schuhe meiner Lieblingsmarke fand, ist für mich pure Gnade.

Nun könnte man blasfemischerweise Gottes Liebe als Zufall abwerten. Interessanterweise habe ich vor fünf Wochen auf gleiche Art und Weise in Chisinau auf dem Secondhand Markt für 300 Lei ein paar fast neue Meindl Wanderschuhe gekauft.


Also ich bin wirklich davon überzeugt, dass Gott mich liebt und er es mir mit solchen Zeichen zeigen will. Und ich weiss, dass er auch dich liebt, schau nur genau hin!

Simone

Mein Leben in Moldawien besteht zur Zeit aus vielen kleinen Geschichten, bei welchen ich versuche im Kleinen treu und im Moment eine Ermutigung für andere sein.


Von Farbstiften und Betrachtungsweisen

Vor kurzem half ich einer Freundin, welche in der Gemeinde Sonntagsschule gibt, beim Aufräumen der Kinderräume. Ich spitzte zwei Stunden lang Farbstifte. Dabei gingen mir viele Gedanken durch den Kopf: Was mache ich hier eigentlich? Sollte ich nicht etwas Anspruchsvolleres tun? Dafür bin ich doch nicht nach Moldawien ausgewandert. Mit diesen Gedanken kamen auch Gefühle von Unsicherheit und Minderwert auf. Und wieder einmal war ich an dem Punkt wo ich mich gegen solche Gefühle entscheiden musste. Ich will doch im Kleinen treu sein. So freute ich mich, meine Freundin in ihrem Dienst zu ermutigen und zu unterstützen und mit ihr Zeit zu verbringen.


Schoggi als Kommunikationskrücke

Schon zum dritten Mal besuchten wir das kleine, abgelegene Dorf Nigureni. Bereits beim ersten Besuch im Herbst fiel mir das kleine, farbige Haus auf. Es zog mich fast von alleine dort hin. Eine junge Mutter mit einem 2-jährigen Sohn öffnete mir die Tür. Alles was ich verstand war, dass ihr Leben schwer sei. Ich brachte ihr Schoggi mit. Sie schien durch meinen Besuch ermutigt zu sein.

Beim zweiten, wie auch beim dritten Besuch konnte ich mich zwar verständigen, doch irgendwie wussten wir nicht was miteinander reden. Wir lächelten uns einfach an. Der Junge sass schüchtern auf Mamas Schoss und meine Jungs durchwühlten in dieser Zeit die wenigen Spielsachen, die er besass.

Ich konnte ihr, ausser einer Schokolade, nichts bieten, doch ich spürte jedes Mal einen Frieden. Es geht nicht darum, was ich bieten oder machen kann. Ich will mich von Gott führen lassen und im Kleinen treu sein. Ich hoffe, dass ich mit meinen Besuchen ein Licht sein konnte in ihrem Leben.


Brot für die, weder sähen noch ernten

Ich spazierte mit meinen Jungs durch die Stadt Tiraspol, in welcher nur russisch gesprochen wird. Es erschütterte mich, als wir an mehreren ältere Frauen vorbei liefen, welche am Strassenrand sassen und bettelten. Ich hatte die Idee Brote zu kaufen und diese mit Louis zusammen zu verteilen. Louis überreichte ihnen die Brote. Alles was ich ihnen auf russisch sagen konnte war: Isus liubit tibia! (=Jesus liebt dich!) Sie schienen Freude gehabt zu haben. Die eine Frau teilte ihr Brot gerade mit den Vögel.

Ich weiss nicht ob Brotverteilen Sinn macht. Doch ich spürte einen Frieden darüber. Ich vertraue, dass wir durch diese kleine Tat Gottes Liebe versprühen konnten. Louis zeigte danach immer wieder auf Leute und sagte: „Däm o Brot gäh?“

Infoanlass über unser Projekt

Saturday, May 10th, 5pm

Sunnmatt

Iffwil, BE

Ab 17.00 Uhr gemütliches Beisammensein. Grill und Getränke stehen zur Verfügung. Fleisch und etwas fürs Buffet (Salat oder etwas zum Dessert), wie auch Geschirr bitte mitbringen!

Beginn unserer Präsentation um 19.00 Uhr.


Wir freuen uns auf euch!

Seit herzlichst gegrüsst von uns 4-Webers

Vielleicht bis bald im Mai!

Kontakt

Wer gerne noch im Gebetsteam sein möchte oder uns finanziell unterstützen möchte, darf sich gerne bei uns melden! Wir sind dankbar für jede Unterstützung!

webers@serve-east.ch


Mehr Fotos und weitere Infos zu unserer Vision und zum Land Moldawien findet ihr auf unserer Homepage:

www.serve-east.ch/webers



Wir sind nun über folgende moldawische Natelnummern erreichbar:


Tobias: +373 68 57 87 36

Simone: +373 68 07 72 00


Wir freuen uns auch über Post:


Tobias Weber / Anatoli Griberiuc

Str. Decebal Nr. 66

3600 or. Ungheni

Moldova