Halbjahresplanungen

Björn Nölte, Studienseminar Potsdam

An einigen Schulen werden von jeder Kollegin und jedem Kollegen schriftliche Halbjahresplanungen zu Beginn verlangt, so dass sie hier auch als Kontrollinstrument missbraucht werden können, einige Schulen formulieren sehr präzise schulinterne Curricula, an anderen haben die Lehrkräfte große Freiheiten der eigenen Planung, an vielen Schulen werden Zeitpunkte für Leistungsbewertungen zentral festgelegt, anderswo nicht - die Bedingungen sind sehr unterschiedlich. Nachfolgend finden sich einige Hinweise für diejenigen, die Halbjahresplanungen anfertigen möchten - oder müssen. An Hinweisen, Ergänzungen oder Verbesserungsvorschlägen bin ich ausdrücklich interessiert.

Checkliste zur Optimierung von Halbjahresplanungen

  • Sind alle zur Verfügung stehenden Stunden/Blöcke erfasst?

  • Sind alle verfügbaren schulorganisatorischen Termine erfasst? (Wandertage, Prüfungen, Projektwochen, Klassenfahrten, Studientag, …)

  • Hat die Planung genug Spielraum für spontane Änderungen? Puffertermine oder „Verhandlungsmasse“ (Themen für 1-3 Stunden)

  • Enthält die Planung Hinweise auf (sinnvolle) Möglichkeiten der Mitentscheidung der Schüler/innen?

  • Ist die Planung in einer angemessenen Form gestaltet? Reihen/Sequenzen/Stunden, (Datum), Thema/Inhalt, möglicherweise Kompetenzen?

  • Sind einzelne Themen – wo möglich - als Frage formuliert?

  • Sind Form und Zeitpunkte der Leistungsbewertung deutlich?

Hinweise zur didaktischen Reduktion

  • Ziele für einzelne Reihen festlegen.

  • Ziele den Schülern transparent machen (siehe Beispiel zur attischen Demokratie).

  • Von den Zielen aus rückwärts planen.

  • Oberflächenlandschaft und einzelne Tiefenbohrungen

  • „Wie würde meine Reihe aussehen, wenn ich nur drei Stunden (oder: die Hälfte der Zeit) zur Verfügung hätte?"
Auswahlkriterien für Themen/Inhalte nach Georg Becker, Unterricht planen. Weinheim 2007:
Big image

Offene Fragen bei Halbjahresplanungen

  • Orientierung an Themen/Inhalten oder an Kompetenzen bzw. wie lässt sich beides sinnvoll kombinieren?
  • Striktes Vermerken jeden Datums oder Zusammenfassung von Sequenzen, um mehr Flexibilität zu gewinnen?
  • In welcher Form wird gegenüber der Lerngruppe für Transparenz gesorgt?
  • Umgang mit den Lehrwerken der Schüler: Steinbruch? Orientierung?

Beispiel

Nachfolgend befindet sich ein Beispiel, das in der 12. Klassenstufe (Geschichte) eingesetzt wurde. Die Schüler/innen bekamen dieses Blatt zu Beginn der Reihe mit Erläuterungen und der Aufforderungen, alles per Textmarker zu markieren, was sie gelernt hatten. Bei jedem Schüler entsteht so ein individuelles Fortschrittsempfinden und zum Ende hin können nicht markierte Punkte gesammelt und besprochen werden.

  • Die Tabelle bildet NICHT chronologisch die Reihe ab sondern ist "quer" dazu zu lesen.
  • Es finden sich Elemente aus allen drei AFBs (kennen - anwenden - urteilen).
  • Den Schülern wird fachbezogenes (hier: historisches) Denken nahegebracht (z. B. Bildanalyse am Beispiel von Abb. antiker Vasen).
  • "Ich-Formulierungen", Kompetenzorientierung.

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Weitere Hinweise zur Planung von Reihen und Sequenzen finden sich hier: